Eine Buchempfehlung

Ende Mai hat die Autorin Alexandra Cedrino in der Bibliothek Tiergarten-Süd ihren neuen Roman „Die Galerie am Potsdamer Platz“ vorgestellt. Es ist der dritte Roman, den Cedrino über die Kunstszene der 1920er und 1930er Jahre in Berlin geschrieben hat. In der Ankündigung der Lesung hieß es:

Die Autorin nimmt das Publikum mit auf eine literarische Spurensuche durch das verschwundene Berliner Tiergartenviertel. Anhand historischer sowie eigener Fotografien der Orte heute stellt sie reale Schauplätze vor, die in ihre „Galeristinnen-Trilogie“ eingeflossen sind. Kurze Lesepassagen verbinden sich mit Bildern und Familiengeschichten aus dem ehemaligen Kunstviertel rund um den Potsdamer Platz.

Ralf Hausding, Gastautor von mittendran, der als Kind am Potsdamer Platz gewohnt hat, hat alle drei Bände gelesen und eine Besprechung geschrieben:

Die Galerie am Potsdamer Platz von Alexandra Cedrino
Vor gut sieben Wochen hat die Schriftstellerin Alexandra Cedrino in der Stadtteilbibliothek Lützowstraße ihre Roman-Trilogie „Die Galerie am Potsdamer Platz“ vorgestellt. Allein die Idee, so ein umfangreiches Werk in unserem Tiergarten-Süd spielen zu lassen, war für mich faszinierend. Wenn man hier aufgewachsen ist, oder schon lange hier lebt, erkennt man vieles wieder. Aber da die Handlung zu einer Zeit spielt, die wir nicht erlebt haben, überträgt man das Gelesene in das Bekannte. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Umsetzung der eigenen Familiengeschichte in eine fiktive Handlung ist Alexandra Cedrino auf das Trefflichste gelungen. Ich zumindest konnte die Bücher kaum aus der Hand legen. Die Figuren der Handlung sind gut dargestellt. Besonders Alice, die ihre bis dahin unbekannte Berliner Familie kennenlernen möchte, begleitet man mit Spannung durch die Zeit. Es ist ein Ausflug in die Geschichte der Familie, der Galerien, der Kunst und auch der Politik vor, in und nach der Nazizeit. Auch wenn man von der Kunst der Malerei nicht viel versteht, sind die drei Bücher gut verständlich und regen dazu an, sich das eine oder andere Bild einmal näher anzuschauen. Für Freunde der Potsdamer Straße, des Viertels Tiergarten-Süd und Leseratten ist die Trilogie einfach ein MUSS!
Die im Buch geschilderten Figuren sind fiktiv. Inwiefern sie den realen Personen in Aussehen, Charakter und Handlung entsprechen, weiß nur die Autorin. Trotz dieser Unklarheiten halte ich die Trilogie für ein gelungenes Spiegelbild der Kunst und der Politik in jener Zeit.

 

Redaktion

Schreibe einen Kommentar