Ohne die Unterstützung der Gesellschaft geht es nicht!

„Wege aus der Krise?“ diskutierten in der Galerie von Alexandra Barone (links) die Festspielleiterin von Wetzlar Evangelia Sonntag (2. von links), der Leipziger Künstler Marcel Noack (Mitte) und Peter Zobel, freier Regisseur aus München Peter Zobel (rechts). (Foto: APZ)

In der aktuellen COVID-19 Krise ist für Kulturschaffende momentan kein Silberstreif am Horizont zu sehen. Das musste die Diskussionsrunde am Mittwochabend feststellen. Dennoch appellierten die drei Kunstschaffen des ersten „Incontri – Salongesprächs“ bei Alexandra Barone an die Kreativität der Betroffenen und die Unterstützung durch die Gesellschaft. „Es gibt gute Beispiele,“ stellte Peter Zobel fest. „Hätten wir uns wenigen Monaten vorstellen können, wegen eines Konzerts in ein Autokino oder Freibad zu gehen?“

Die neue Galerie Bottega Barone (Lützowstr. 38) startet in diesen Tagen die kombinierte Berlin Art Week und das Gallery Weekend mit drei Diskussionen und einer Vernissage (nachzulesen unter „Veranstaltungen“ auf diesem Blog). 12 Besucher nahmen unter Beachtung der aktuell geltenden Hygieneregeln rege am Gespräch teil, das von Galeristin Alexandra Barone moderiert wurde.

Inmitten der aktuellen „Erotica“ Ausstellung von Diana Achtzig und Rocco Barone hatten sie Platz genommen: Evangelia Sonntag, die frisch gekürte Festspielleiterin von Wetzlar ohne Festspiel, Marcel Noack, der als Künstler und BBK-Bundesvorstandsmitglied erst eine Vernissage in diesem Jahr feiern konnte, und der Autor und Regisseur  Peter Zobel, der im März mit dem allerletzten Flieger Manchester in Richtung Tegel verlassen konnte. In dieser zur Arbeitslosigkeit verdammten Zeit sehen viele Künstler ein unfreiwillliges Sabbatical um Liegengebliebenes aufzuarbeiten. „Aber irgendwann muss es wieder losgehen!“ konstatierte Evangelia Sonntag.

Die drei Kulturschaffenden waren sich jedoch einig, dass die gebotenen  Soforthilfen und die wenigen Stipendien zu kurz greifen. „Da werden etwa die Betriebskosten übernommen, für das Telefon, das sowieso nicht mehr klingelt, aber der Tisch bleibt leer!“ stellte Zobel bildhaft fest. Es müsste beispielsweise ein Grundeinkommen geben. Die Runde stellte einmütig fest, dass es ohne die Unterstützung von Gesellschaft und Staat nicht weitergehen wird mit der Kunst, denn die Kulturschaffenden stehen in der Rangliste ganz hinten. Dabei ist Kultur systemrelevant, wie sich viele Stimmen im Land einig sind.

Die Salongespräche der Galerie Bottega Barone in der Lützowstr. 38 werden heute und morgen fortgesetzt.

Anastasia Poscharsky-Ziegler

Schreibe einen Kommentar