Wer erinnert sich an Josi?

Dies ist eine Bitte an unsere Leser, sich das Foto anzuschauen und zu überlegen, ob sie sich an jemanden erinnern, der so ausgesehen haben könnte und Josi genannt wurde.

Warum wir nach Josi fragen, ist eine eigene kleine Geschichte: Eine Leserin unseres Magazins, Tina Flemming aus dem Regenbogenkiez, fand vor einiger Zeit an ihrem Haus in einem Müllcontainer ein Fotoalbum, und darin 23 Fotos aus dem Lützow-Viertel rund um die Genthiner Straße. Eines dieser Fotos, genau genommen das letzte Bild der Serie, zeigt Josi in der Genthiner Straße, im Hintergrund ein Möbelgeschäft, seinerzeit Möbel Krieger, gegenüber von Möbel Hübner.

Foto von „Josi“ um 1960 auf dem Gelände, auf dem heute Möbel Hübner steht.

Die meisten Fotos im Album sind wohl aus den 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nehmen wir also an, dass das Foto einen 50-jährigen Mann im Jahr 1965 zeigt, wäre er um 1915 geboren. Der Umstand, dass die Fotos im Altpapiercontainer gelandet sind, bedeutet vermutlich, dass Josi schon vor vielen Jahren verstorben ist und die Nachkommen, so es welche gibt, oder diejenigen, die seine Wohnung geräumt haben, die Unterlagen jetzt entsorgt haben, weil die Fotos nicht beschriftet sind, sondern nur kommentiert. Es gibt außerdem nur drei Fotos, die einen persönlichen Bezug aufweisen und andere Personen zeigen.

Wir werden die Fotos in den kommenden Wochen hier nach und nach publizieren, sofern sich niemand meldet und Ansprüche stellt. Die Fotos sind von historischem Interesse, zeigen sie doch die Genthiner Straße, den Begas-Winkel, die Kluckstraße und die nähere Umgebung in einem Zustand, der fotografisch eher selten ist: die Trümmergrundstücke sind geräumt, aber noch sind nicht alle bebaut, es entsteht neues Leben und neues Wirtschaften in der vom Krieg gebeutelten Stadt.

Redaktion

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