Berliner Künstler und ihre Facetten zum Thema „SEX“

Aus Anlass des historischen Aufstands von Schwulen und Lesben vor 50 Jahren in der Christopher Street in New York befasst sich der Verein Berliner Künstler diesen Sommer mit dem Thema „SEX“ und stellt seine Gruppenausstellung von 18 seiner Künstler*innen ohne Schnörkel und Gedruckse genau unter dieses Thema, kuratiert von Mitglied Franziska Rutishauser.

Mit einem pas de deux Video greift Andrea Sunder-Plassmann das Thema mit einem Ballettbegriff auf, doch ihr Paar steht starr nebeneinander und geheimnisvolle Dämpfe steigen auf.

Sehr expressive, krass und obszön stellt Michael Augustinski Sexarbeiterinnen als Vertraute der Liebeskünste dar.

Mit viel Witz und Ironie lässt Gerd Pilz zwei Smartphones aufeinander „schlafen“. Mit seinem Werk „Cyber Sex“ erinnert der Künstler an alle möglichen Formen des Sexuallebens, die heute mit und über das Netz laufen.

Mit ihrer Leuchtkasteninstallation einer Barbiepuppe (Modell „Schwangerschaft“ mit aufklappbarem Bauch), verblüfft Franziska Rutishauser. Ihre Barbie hat gerade einen kleinen Babyjungen zur Welt gebracht hat, im Hintergrund steigt dazu der Atompilz des „Fat Boy“ von Hiroshima auf. Die Meldung des Bombenabwurfs wurde mit den Worten „It´s a boy!“übermittelt.

An die zahlreichen Missbrauchsskandale in der Katholischen Kirche, wie etwa bei den Regensburger Domspatzen, erinnert Jürgen Baumann mit fast 100 fotografierten singenden Mündern, einer geradezu genialen Doppeldeutigkeit zum Thema. Die Ästhetik überzeugt. Die Masse erschreckt.

„Guten Appetit“ möchte man nicht wünschen bei Karla Woisnitzas Gedeck. Ihre Objekt befasst sich mit dem Seelen-Kannibalismus zwischen den Geschlechtern. Ist das ein Finger der auf dem Teller liegt – oder ein Penis?

 

Ferner wirken noch folgende Künstler*innen (teils mit raumfüllenden Installationen) an der Ausstellung mit:

Sandra Becker, Ute Deutz, Ute Faber, Sibylle Hoessler, Susanne Knaack, Simone Kornfeld, Klaus Kossak, Larissa Nod,  Jens Reulecke, Peter Schlangenbader, Inge H. Schmidt und H.H. Zwanzig.

 

Im Rahmen der Ausstellung findet am Sonntag, 28. Juli 2019 (17 Uhr) der Vortrag der Menschenrechtsaktivistin Inge Bell zum Thema „Sex sells?“ statt.

 

Ort: Galerie Verein Berliner Künstler, Schöneberger Ufer 57, 10785 Berlin

Laufzeit der Ausstellung: bis 11. August 2019

Öffnungszeiten: Di-Fr 15-19 Uhr, Sa-So 14-18 Uhr

Website: http://www.vkk-art.de

Fon: 030/ 567 947 64

Anastasia Poscharsky-Ziegler

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