Das „schwache“ Geschlecht: Fakten zum Weltfrauentag 2020

Seit 1911 gibt es den Weltfrauentag, damals ging es noch darum, das Wahlrecht zu erkämpfen.

Motiv zum Weltfrauentag. Pixabay

Blickt man über 100 Jahre später auf die Welt, so stellt man eine wachsende Ungleichheit fest: Die Entwicklungsorganisation Oxfam konstatiert in ihrer aktuellen Studie:  Frauen sind die großen Verlierer!

Frauen und Mädchen in aller Welt leisten jeden Tag mehr als 12 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit, das ergibt auf Grundlage des Mindestlohns über zehn Billionen US Dollar im Jahr! Das ist 24 mal soviel wie die Umsätze der Technologie-Riesen Apple, Google und Facebook zusammen.

Frauen erledigen im Haushalt, bei der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen über 70 Prozent der weltweit unbezahlten Tätigkeiten und arbeiten damit drei Mal so viel – ohne Lohn- wie Männer für Lohn.
Dazu sei bemerkt: Mutter zu sein, erhöht das Armutsrisiko für Frauen erheblich. Auch bei uns.  Von allen Bedarfsgemeinschaften mit Kindern nach SGB II sind in der Bezirksregion Tiergarten Süd über 40 % alleinerziehende Frauen.

Deutschland schneidet auch im Punkt Geschlechtergerechtigkeit sehr schlecht ab. Bei uns gibt es einen der größten Gender Pay Gaps überhaupt, also eine grosse Lücke von durchschnittlich 21 Prozent zwischen der Entlohnung von Männern gegenüber Frauen bei vergleichbarer Arbeit. In Europa liegt diese Lücke durchschnittlich bei 16 Prozent. Und aus der Lohnlücke wird später auch noch die Rentenlücke…

Wir brauchen massive Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, um Frauen bei den unbezahlten Fürsorgearbeiten zu entlasten. Wir brauchen mehr Bildungsangebote und eine gerechtere Verteilung von Erziehungs- und Betreuungszeiten. Und wir brauchen die Solidarität zwischen den Geschlechtern.

Anastasia Poscharsky-Ziegler

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