Die ganz besondere Café-Mischung

Eine Kundin kommt mit Geschenk ins Café Why not: eine irisierende Folie mit den Öffnungszeiten, die Rose, die Inhaberin, ins Fenster kleben kann. Rose ist hoch erfreut und peinlich berührt, denn gerade haben sie und ihr Mann Do beschlossen, die Öffnungszeiten zu verändern. Künftig ist auch am Samstag geöffnet, dafür montags geschlossen.

Foto: CI

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Why not ist etwas wirklich Besonderes in dieser Gegend. Wegen des Angebots an Reiskuchen, Kaffeesorten, Suppe und Sommerrollen – vor allem aber wegen seiner Gästemischung. Ein aufgeregter Mann kommt aus dem Arbeitsgericht, er hat gerade seinen Prozess verloren. Vor Ärger über einen schlecht vorbereiteten Anwalt kann er kaum einen Satz zu Ende bringen. Am Nachbartisch trinken Arbeiter von der Baustelle in der Kluckstraße Kaffee, einer bevorzugt den vietnamesischen Kaffee, der vor ihm durch den Filter läuft und auf dicke Kondensmilch tropft. Als sein Telefon klingelt, beginnt ein heftiges Palaver, vielleicht auf bulgarisch? Zu den Stammkundinnen gehört eine Deutschlehrerin, die hier mit Sprachschülern die korrigierten Hausaufgaben bespricht. Auch ein englisches Künstlerkollektiv trifft sich regelmäßig und debattiert über Musik und Skulpturen. Und einige Mütter entspannen in deutsch-türkischem Plauderton, nachdem sie die Kinder zur Kita gebracht haben.

Sie alle sitzen draußen durch transparente Corona-Schutzwände getrennt. Do und Rose passen sich flexibel den aktuellen Anforderungen an, sicher auch, falls in den nächsten Wochen neue Regelungen greifen. Oft sieht man sie bauen und basteln. Neue Markise, Laternen, Blumenschmuck, wärmende Decken. Die auffälligste Veränderung: Rose hat Maniküre und Massage vorläufig aus ihrem Portfolio gestrichen, zum Bedauern mancher Stammkundinnen. Weil aber nicht alle Caféliebhaber im Winter draußen ausharren mögen, wurden kurzentschlossen die Wellness-Räume umgerüstet auf Cafébetrieb. Gleich um 10 Uhr sieht man hier junge Leute über ihre Laptops gebeugt – das stabile Wlan ermöglicht Arbeiten mit Ingwer-Minz-Tee.

Rose kennt viele Gäste. Sie erkundigt sich nach dem Baby, nach der kranken Mutter, nach der Bewilligung des Projektantrags. Nur einmal reagiert sie reserviert, als ein Kunde bohrend herausfinden will, welche Kaffeesorte sie verwendet. Kein Wunder, dass sie das Betriebsgeheimnis wahrt: der Cappuccino hier ist mit Abstand der Beste im Kiez.

Gastbeitrag von Claudia Ingenhoven

Friederike

4 Kommentare

  1. Es liegt an uns Stammkunden. Wir müssen dem Café die Treue halten und im November das to-go Konzept nutzen. Rose & Do haben sich so viel Mühe gegeben alles Corona konform zu gestalten! Ich werde so oft ich kann hier meinen cortado trinken. Den Anti-Grippe-Tee und Sommerrolle mit ins Büro nehmen.

  2. Genau, ich auch. Und ein nachbarschaftliches Schwätzchen hat sich doch schon im Frühjahr bewährt. Seitdem grüßen sich viel mehr Leute in der Straße.

  3. Dieses gemütliche Café darf nicht durch Corona untergehen! Leute geht hin und kauft euch den leckeren Kuchen, die tollen Kaffee-Spezialitäten, Suppe to go etc. Die Qualität und Frische der Speisen und Getränke sind herausragend.

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