„Das Gleisdreieck leidet unter verantwortungsloser Regellosigkeit“

Diese Feststellung traf beim 4. Treffen der Bürger*inneninitiative Anwohner Jürgen Blazejczak und forderte von den Gästen und Nutzer*innen des Parks auch bei der Befriedigung des Party-Bedürfnisses die Beachtung der bestehenden Regeln.

Recht viel hat die junge Initiative „Gemeinsam fürs grüne Gleisdreieck“ innerhalb von nur sechs Wochen schon angestoßen: der Forderungskatalog wurde an etliche Adressen mit Bild- und Tonbeispielen verschickt, eine Antwort auf die Kleine Anfrage bei der BVV Mitte wird fristgerecht Anfang September erwartet. Viele Vernetzungen wurden weiter geknüpft und gepflegt, wie etwa zu Gewerbetreibenden im Park, den zuständigen 3 Bezirken, sowie den Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP.

Alexey Yusupov, Anwohner und stv. Vorsitzender der SPD Abt. Tiergarten Süd, wies auf den in Kürze bevorstehenden Webtalk „Zusammen im Park“ hin, der gemeinsam von den SPD-Abteilungen Tiergarten Süd und F´hain-Kreuzberg am Montagabend (31.08.2020) angeboten wird. Nähere Infos zur Veranstaltungen mit den Bezirksverordneten Hannah Sophie Lupper und Andreas Hauptenbuchner sind hier im Blog unter „Veranstaltungen“ zu finden. Jede(r) kann sich zum Webtalk ohne Registrierung bei Facebook zuschalten und sich am Chat mit seiner/ihrer Meinung beteiligen: http://www.fb.com/spd.tiergartensüd/

So viele kompetente Gäste wie nie erweiterten die Runde am letzten August-Donnerstag: zum wiederholten Mal war Herbert Lohner vom BUND Berlin dabei, der eine gewisse Entspannung der angespannten Situation schon durch neue größere Mülltonnen und die Einrichtung von mehr Toilettenanlagen sehen will. Er empfahl, beim Kampf um den Park mehr auf Umweltschutz zu setzen und gab Tipps für die geplante Park-Kampagne „Respekt, Rücksicht, Reinhaltung“.

Herbert Lohner vom BUND Berlin empfahl, mehr auf den Umweltschutz zu setzen. (Foto: APZ)

 

 

 

 

 

 

 

 

„Auch eine Großstadt braucht Regeln!“ Dr. Turgut Altug (in Grün) Foto: APZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstmals besuchte Dr. Turgut Altug (MdA und Sprecher für Naturschutz Bündnis 90/Die Grünen) die Runde. Mit dem Satz „Der Park ist unser aller Schatz“, zeigte er viel Verständnis für die Sorgen der Anwohner*innen: „Auch eine Großstadt muss Regeln haben!“ Eine nächtliche Schließung des Parks ist für Altug kein Tabu. Er sagte den Bürger*innen seine weitere Unterstützung zu.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Journalist Hannes Koch, der seit 2014 gewählter Bürgervertreter des Nutzer*innenbeirats „Park am Gleisdreieck“ ist. Koch lebt seit 16 Jahren in der Wartenburgstraße am Ostpark. Er schrieb bereits einen Beitrag zum Thema für diesen Blog (https://www.mittendran.de/?p=13518).

Hannes Koch vom Parkbeirat machte der Initiative zwei Vorschläge (Foto: APZ)

Koch suchte bei seinen Zuhörer*innen Verständnis zu finden für eine Gesellschaft, die unter Druck steht und Ventile brauche. Er bot zwei Vorschläge als Kompromiss für die verschiedenen Interessensgruppen an: einen Abend in der Woche, z.B. freitags solle ausgiebig gefeiert werden dürfen, etwa in der gepflasterten Ladestraße am Technischen Museum, dafür solle dann am Samstag Ruhe herrschen. Zweitens sah Koch die BI-Forderung nach einem Runden Tisch als unnötig an, denn es gäbe ja den Nutzer*innenbeirat, der allerdings nur beratende Funktion hat. Dieser Beirat solle aber öfter als bisher tagen, um die bestehenden Probleme anzugehen.

Die Runde der Anwohner*innen reagierte auf Kochs Vorschläge einhellig mit „Entsetzen und Fassungslosigkeit“. Jürgen Blazejczak nannte den Beirat angesichts der ungeheuren Verwüstungsexzesse im Park  eine „lahme Ente“, der drei Monate brauche, um ein Sitzungsprotokoll online zu stellen.

Der klare Wunsch nach einem vielseitig besetzten Runden Tisch wurde von den Anwesenden nach der Diskussion erneut bekräftigt. Man kam überein, dass man dazu über längere Zeit eine professionelle Moderation und Begleitung braucht, die Geldmittel erfordert.

Dr. Oliver Beyhs, der am kommenden Montag mit Matthias Bauer (Gleisdreieck-Blog) für die Initiative am SPD-Webtalk teilnimmt, sprach das Schlusswort zum vierten Treffen: „Soviel wir auch schon angestoßen haben, soviel mehr Arbeit und ein langer Weg liegen noch vor uns. Wir werden unser Ziel nicht in Monaten erreichen! Das wird Jahre dauern…“

Das nächste Treffen findet  am Donnerstag, 10. September um 18:45 Uhr im Innenraum des Cafe Jules im B-Part am Gleisdreieck unter Beachtung der aktuellen Hygieneregeln statt. Bitte vorher anmelden unter b.k.seiferth@gmx.de

 

Das vierte Treffen der Initiative hatte besonders viele kompetente Gastredner. (Foto: APZ)

 

Anastasia Poscharsky-Ziegler

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