Was einst nicht nur die Lützowstraße würzte

Aus heutiger Perspektive vermag man sich gar nicht mehr vorzustellen, wie mondän und architektonisch glanzvoll die im Zweiten Weltkrieg weggebombte Lützowstraße einmal gewesen sein muss: Zwischen der Potsdamer- und der Flottwellstraße am heutigen Gleisdreckpark etwa befanden sich neben der großen Reformsynagoge Lützowstraße das Bürogebäude der Firma Sigmundt, das Geroldhaus und etwas weiter westlich das Kolonialgeschäftshaus Antelmann .
Von all diesen prächtigen Gebäuden überlebte hier nur ein einziges: Als der schweizerische Unternehmer Julius Maggi (gesprochen Madschi) seine Speisewürze und Brühwürfel zum Wohle einer unterernährten schweizerischen und dann süddeutschen Bevölkerung auf den Markt der 1890er Jahre brachte, wurde der Unternehmer schnell zum Millionär.

Das Maggi-Haus in der Lützowstr. mit entsprechender Deko  ©MTB

Seine Firmenzentrale in Singen/Hohentwiel in Baden reichte bald nicht mehr aus, und so errichtete man in der heutigen Lützowstraße 102-104 im Jahre 1910 nach Plänen von Rudolf Schubring eine neue, damals hochmoderne Geschäftsrepräsentanz mit ornamentaler Sandsteinverkleidung und vier Hinterhöfen als Lagerräume für die Produktverteilung der Firma Maggi, nun in ganz Europa für ihre preiswerten Nahrungsergänzungsprodukte bekannt.

Quelle: Landesdenkmalamt Berlin 

Das Maggi-Haus also: Man sieht dem Gebäude nicht an, dass es sich um eine Stahl-Skelett-Konstruktion handelt, die auch heute noch in der Architektur weltweit Verwendung findet.
Nach dem Krieg zog Maggi zurück nach Westdeutschland, heute befinden sich im denkmalgeschützten Gebäude zahlreiche Firmen und Start-Ups.

 

 

Marc-Thomas Bock

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