Ein Akt der Demut

Unverbesserliche beschädigen immer wieder Stolpersteine. Zuletzt in  Schöneberg, wie Sigrid Kneist im Tagesspiegel vom 1.Mai berichtete: „Erst am Donnerstag sind drei neue Stolpersteine in Schöneberg verlegt worden. Nur einen Tag später wurden sie zerkratzt und mit Säure besprüht. Die Tat muss tagsüber begangen worden sein; und es ist nicht das erste Mal, dass an dieser Stelle das Gedenken an jüdische Menschen beschädigt wurde.“

Umso wichtiger ist es, dass wir achtsam bleiben und uns des Gedenkens an die jüdischen Nachbar*innen aus unserem Kiez und an die Verfolgten des NS-Regimes annehmen.

Seit Jahren putzen Sozialdemokrat*innen in unserem Kiez Stolpersteine. Seit letztem Jahr hat sich die Initiative Jüdisches Leben und Widerstand in Tiergarten der Aktion angeschlossen.

In der Woche vor dem 8.Mai, dem Tag der Befreiung, wurden alle 60 Stolpersteine in unserem Kiez geputzt, 43 durch Mitglieder der SPD-Abteilung Tiergarten Süd, 17 durch Nachbar*innen. (Zwei Steine, die für Arvid Harnack und Mildred Harnack-Fish, werden im September neu verlegt).

 

Das Putzen ist mehr als eine Reinigung. Man muss sich dabei schon niederknien.

Und dieses Niederknien ist gleichzeitig ein Zeichen der Demut gegenüber den Betroffenen und ihren Familien.

Für 36 Stolpersteine wurden mittlerweile feste Patenschaften übernommen. Regelmäßige Beobachtung und Pflege soll möglichen Vandalismus verhindern.

 

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