Denkmalpflege als Hobby

Werden Sie Grabpate !

(ein Beitrag von Bertram von Boxberg, Zwölf-Apostel-Kirchhöfe Öffentlichkeitsarbeit)

Grabstelle Metzing (Foto: Wolfgang Schindler)

Auf den drei Kirchhöfen der Zwölf-Apostel-Gemeinde in Schöneberg findet man großartige Grabmale, die kulturhistorische Kostbarkeiten darstellen. Der Erhalt dieser steinernen Zeitzeugen stellt die Zwölf-Apostel-Gemeinde, die die Trägerin der Kirchhöfe ist, allerdings vor große Herausforderungen. Woher sollen die finanziellen Mittel kommen, um Grabmale zu erhalten oder gar wieder instand zu setzen? Der Erhalt der 54 Grabanlagen, die als Ehrengräber gewidmet sind, werden vom Land Berlin übernommen. Was aber ist mit den anderen, ebenso bedeutenden Grabanlagen? Hier ist bürgerschaftliches Engagement gefragt. Seit vielen Jahren schon besteht die Möglichkeit, sich mit der Übernahme einer Grabpatenschaft im Bereich der Denkmalspflege zu engagieren. Das ist weit mehr, als Geld zu spenden, das kann ein richtiges Hobby werden.

Mausoleum Günther (Foto:Thorsten Heideck)

Und das funktioniert so: Nachdem die Grabpaten sich ein historisches Grabmal ausgesucht haben, wird gemeinsam mit einem Steinmetz und dem Denkmalsamt ein verbindlicher Plan erstellt, welche denkmalspflegerischen Maßnahmen wie umgesetzt werden sollen. Dabei sind die Grabmale nicht nur Mausoleen oder Wandgräber. Auch Gartengräber, die etwa aus einer Stele bestehen, kommen für Grabpatenschaften infrage. Eine Grabpatenschaft zu übernehmen können sich also auch Menschen mit kleinem Geldbeutel leisten. Auf Grundlage des Planes wird dann ein Vertrag abgeschlossen, die Grabpaten wissen also ganz genau, was finanziell auf sie zukommt. Das Gute daran: Die Patenschaftsgräber werden ohne weitere Gebühren für ihre Grabpaten reserviert. Wenn also in der Familie oder im Freundeskreis ein Trauerfall eintritt, kann die Grabpatenstelle für Beisetzungen genutzt werden. Das zweite Gute daran: weil die denkmalspflegerische Instandsetzung der Allgemeinheit zu Gute kommt, können die Aufwendungen steuerlich geltend gemacht werden.

Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof sind bereits über 100 Patenschaftsgräber vergeben worden. Der Förderverein Efeu e.V. engagiert sich seit Jahren für das Thema  Patenschaftsgräber.  Seit einigen Jahren hilft Vereinsmitglied Wolfgang Schindler Interessierten bei der Suche nach einem Patenschaftsgrab.

Gartengrab-Detail (Foto:Bertram von Boxberg)

Er hat unzählige Grabpaten beraten und unterstützt. Schindler über die Situation auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof: „Das Grabpatenprojekt  war so erfolgreich, dass es kaum noch Patenstellen auf diesem Kirchhof gibt.“ Deswegen engagiert sich Schindler jetzt verstärkt auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof an der Kolonnenstraße: „Dort gibt es interessante und kulturhistorisch besonders wertvolle Grabmale. Viele der Wandgräber haben noch die alten, wunderschönen schmiedeeisernen Gitter. Auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof warten auch viele historische Gartengräber auf Grabpaten, teilweise sind das wunderschöne Jugendstilarbeiten. Manchmal ist hier nur eine Sandstrahl-Reinigung  notwendig,“ meint Wolfgang Schindler.

Sobald es die Pandemie – Situation zulässt, werden die Kirchhöfe zu diesem Thema Führungen über den Kirchhof anbieten. Im Winter soll zunächst in einem Live-Chat über das Thema Grabpatenschaften informiert werden . Wenn Sie mehr wissen wollen, wenden Sie sich gern an die Öffentlichkeitsarbeit der Kirchhöfe:  vonboxberg@zwoelf-apostel-berlin.de

 

 

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