Kontraste zweier Künstlerinnen: „be-licht-ungen-en“ bei ep.contemporary

Zwei Fotokünstlerinnen, beide aus Polen stammend, eine in Warschau, die andere in Berlin zu Hause, begegnen sich in dieser Ausstellung auf recht kontrastive Weise: Magda Hueckel und Georgia Krawiec zeigen ab dem 18. Oktober 2019 (Vernissage 19 bis 21 Uhr) Fotographien zum Titel „be-licht-ung-en“.

 

Magda Hueckel (*1975, Gdańsk) rückt ihren eigenen, nackten Körper als Nukleus ins Zentrum ihres Projektes Rytuale / Integration. Diese geheimnissvolle Be-Lichtung ihres Körpers sind hierbei umschlossen von Blättern, Gras und Wald. Teils schemenhaft und in ihren Konturen häufig nur erahnbar, scheint sich die Protagonistin hier gänzlich mit der Natur zu vereinen. Die Wirkung dieser Arbeiten auf den Betrachter wechselt  irgendwo zwischen verstörendem Naturerlebnis und morbidem Erschaudern. Unwillkürlich muss man an Millais Darstellung der Ophelia aus Hamlet denken, wie sie in einem Fluss treibt, bevor sie ertrinkt. Tatsächlich setzt sich die Künstlerin in diesen Fotografien mit der Vergänglichkeit auseinander. Das Erleben von Krankheit und der Versuch, diese zu akzeptieren und zu überwinden wurde hierbei zum zentralen Motiv Hueckels.

Rituals Integration 3, Magda Hueckel, C-Print,2019, Foto: (C) Hueckel

 

georgia Krawiec (*1972, Kędzierzyn) bleibt sowohl formal als auch inhaltlich im fahlen Licht des Ungewissen. Man muss sich schon intensiv in ihre lichtüberfluttete Fotogramme des Projektes 8 Monate, 3 Wochen, 5 Tage hineinversetzen, um dann irgendwann auf Bekanntes  zu stoßen. Wer sich darauf einlässt, dessen Blick wandert durch ein konzentrisch angeordnetes Dickicht von Blättern, entlang feiner Blattäderchen und Ästchen und läuft schließlich zentral auf einen geheimnisvollen Nukleus zu. Dieser scheint dem gesamten Werk pulsierendes Leben einzuhauchen und lässt den Betrachter durch seine Unfassbarkeit mit mehr Fragen als Antworten zurück. Diese unikaten Fotogramm-Kosmen erschuf die Künstlerin durch eine neunmonatige Belichtung und gewagte experimentelle Laborarbeit und riskierte sogar gegen Ende des Entstehungsprozesses die völlige Zerstörung der Arbeiten.

 

8 Monate, 3 Wochen, 5 Tage“, georgia Krawiec, Langzeitfotogramm auf Silbergelatinepapier, Unikat, 2019, Foto: (C) Krawiec

 

Rahmenprogramm zur Ausstellung:

Samstag, 26.10.2019, 16:00
Natürlich integriert, Künstlergespräch mit Magda Hueckel –
ohne Anmeldung, in englischer Sprache

Samstag, 16.11.2019, 16:00 – 18:00
Pflanze eine Eiche ! Eiche eine Pflanze; Kunstaktion von georgia Krawiec
ohne Anmeldung, Dauer je 30 Minuten

 

Vernissage: Freitag, den 18. Oktober 2019, 19-21 Uhr

Ort: Galerie ep.contemporary, Pohlstr. 71, 10785 Berlin

Dauer der Ausstellung: bis zum 16. November 2019

Öffnungszeiten: Do + Fr 15-18:30 Uhr, Sa 14-18 Uhr

Website: www.ep-contemporary.de

Fon: 01575/ 299 73 20

Anastasia Poscharsky-Ziegler

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