Gedenksteine für zwei vergessene Frauen

In der Reihe: Die vergessenen Frauen auf dem Kirchhof

Gedenksteine für Frida und Oda Schottmüller

Sonntag, 25. August, 15 Uhr

Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Großgörschenstraße 12-14, 10829 Berlin

 

Oda Schottmüller (1905-1943) hat nie ein Grab bekommen. Im Sommer 1942 wurde sie als Mitglied der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee von den Nazis ermordet. Oda Schottmüller hatte in Berlin Bildhauerei studiert. Ihre große Leidenschaft galt dem Tanz; darin ließ sie sich ebenfalls ausbilden. Im Maskentanz führte sie beide Berufsfelder eindrucksvoll zusammen und schuf eine eigene Tanzästhetik.

Frida Schottmüller (1872-1936) war die Tante von Oda Schottmüller und nahm nach dem Tod des Vaters Oda im Alter von 14 Jahren bei sich in Berlin auf. Auch Frida Schottmüller hat eine für ihre Zeit bemerkenswerte und selbstbestimmte Biographie: da es für Frauen bis ins Jahr 1908 nicht möglich war, an einer preußischen Hochschule einen Abschluss zu erlangen, ging sie an die Universität Zürich.

Anschließend wurde sie Mitarbeiterin von Wilhelm von Bode am Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin.

Das Grab von Frida Schottmüller auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof existiert nicht mehr.

Genau dort, wo es sich befunden hat, werden nun die beiden Gedenksteine gesetzt.

Im Anschluss werden Frau Dr. Geertje Andresen und Claudia von Gèlieu in die Biographie der beiden Frauen einführen. Die Schauspielerin Ronja Losert liest aus den letzten Briefen Oda Schottmüllers.

Eintritt frei

Friederike

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