Für das künftige Exilmuseum wurde ein Siegerentwurf gekürt

Das Architektenbüro Dorte Mandrup Arkitekter A/S, Kopenhagen gewann den Wettbewerb für das Exilmuseum. Am 13. August 2020 kürte die Jury den Siegerentwurf aus neun Entwürfen international renommierter Architektenbüros.

Ausgelobt wurde der Wettbewerb von der Stiftung Exilmuseum Berlin in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Die Stiftung Exilmuseum Berlin wurde 2018 als bürgerschaftliche Initiative gegründet. Die Schirmherrschaft haben die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Bundespräsident a. D. Joachim Gauck übernommen.

Vorgeschrieben war ein Museumsneubau mit 3.500 Quadratmeter Ausstellungsflächen für die Dauerausstellung, für Sonderausstellungen und Gastronomie. Eine besondere Herausforderung war dabei die Einbeziehung der Portalruine des Anhalter Bahnhofs in das künftige Exilmuseum. Zusätzlich sollen auf ca. 700 Quadratmetern Räume für Freizeit- und Kulturangebote Dritter entstehen.

In dem künftigen Exilmuseum, das über keine eigene Sammlung verfügt, soll neben der Vermittlung des historischen Themas Exil im Nationalsozialismus der „Inhalt des Wortes Exil begreifbar gemacht werden. Diese beispiellose Katastrophe für die Verjagten, die alles verloren haben und die Katastrophe für Deutschland, das innerhalb kürzester Zeit seine wichtigsten Künstler, seine besten Wissenschaftler verstieß. Aber natürlich verweist diese Zeit ja auf die Flüchtlinge, die jetzt zu uns kommen.“ (Herta Müller).

Im Zentrum der geplanten Dauerausstellungen sollen weniger Objekte stehen, sondern multimedial aufbereitete Biografien. „Es wird eine packende Erzählung werden“, sagt Gründungsdirektor Prof. Dr. Christoph Stölzl, der viele Jahre das Deutsche Historische Museum in Berlin geleitet hat. Prof. Dr. Stölzl verwies auf die seit Jahrzehnten gut dokumentierte Exilforschung in Deutschland, rund 500.000 Namen seien in einer Datenbank mittlerweile erfasst. Bisher gab es in Deutschland keinen solchen zentralen Gedenk- und Ausstellungsort.

Portalruine am Anhalter Bahnhof Foto:eki

In einem „Raum des Ortes“ wird außerdem an die Geschichte des Anhalter Bahnhofes erinnert werden, der in den Jahren 1839-1841 erbaut wurde.

Der Neubau des Exilmuseums wird auf der Freifläche hinter der Ruine des Eingangsportals am Askanischen Platz entstehen. Das Grundstück gehört dem Bezirk. Gebaut werden soll auf der Basis eines Erbbaurechtsvertrages mit 99 Jahren Laufzeit.

Laut Auslobung wird derzeit von Baukosten von rund 27 Mio. Euro für Baukonstruktion und technische Anlagen ausgegangen.

Die Eröffnung des Museums ist für 2025 geplant.

Ausstellung aller Entwürfe

Ort: Foyer der Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Laufzeit: 29.09.2020 bis 17.10.2020
Vernissage: 28.09.2020
Öffnungszeiten: Mo-Sa 8-22 Uhr
Eintritt: kostenfrei

 

Edith Kitzelmann

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