Das Museum des 20. Jahrhunderts

Zu bebauende Fläche für das „Museum des 20. Jahrhunderts“. Links die Postdamer Strasse (Foto: eki)

Der offizielle Spatenstich für das „Museum des 20. Jahrhunderts“, so die aktuell gültige Bezeichnung, war am 3. Dezember 2019. Berliner Pressestimmen sagen immer wieder etwas von „Bierzelt“ oder „Kunstscheune“. Ein endgültiger Titel ist nach Angaben der Staatlichen Museen zu Berlin noch nicht gefunden.

Das neue Gebäude soll auf dem Kulturforum neben der Neuen Nationalgalerie (Architekt Mies van der Rohe 1886-1969) entstehen. An dieser Stelle beabsichtigte der Philharmonie-Architekt Hans Scharoun (1893-1972) einst ein Gästehaus für Künstler zu errichten. Neben Probe- und Aufnahmestudios sollten Wohnungen für Musiker, ein Café und Galerien entstehen. Darüber gab es mehrere Jahre einen heftigen Streit in Berlin. Nun wird hier das „Museum des 20. Jahrhunderts“ nach dem Siegerentwurf des Baseler Architektenbüros Herzog & de Meuron gebaut.

„Zur Architektur gehört der Streit, das ist immer so“, sagt Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Bauherr.

Hier soll einmal das Museum des 20. Jahrhunderts stehen (Foto eki)

In diesem Jahr geht es mit vorbereitenden Bodenuntersuchungen und Verlegen von Leitungen weiter. Gegen Ende des Jahres werden die Bagger kommen, um mit der Baugrube zu beginnen.

„Was eigentlich entstehen soll, ist ein Ort der Kunst und der Begegnung der Menschen mit der Kunst“, sagt Pierre de Meuron vom Baseler Architektenbüro.

„Wir wollen keinen mit Kunst gefüllten Schmuckkarton“, sagt Prof. Dr. Christina Haak, stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin.

„Das Museum stelle die Neue Nationalgalerie städtebaulich ins Abseits, zudem verstelle es den Blick auf die Berliner Philharmonie“, argumentiert der Architekt Stephan Braunfels.

Die Eröffnung ist für 2025/2026 geplant. 9.230 Quadratmeter sind als Ausstellungsflächen vorgesehen. Die übrigen von den insgesamt 14.000 Quadratmetern sind für Depots, Lernräume und Gastronomie gedacht.

Neben den Beständen der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts werden die Sammlungen Marx sowie Werke aus dem Kupferstichkabinett präsentiert werden, um nur einige zu nennen. Im Dialog mit den Beständen der Nationalgalerie wird auch die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch zu sehen sein. Sie hatten 2010 Berlin die Schenkung ihrer Sammlung unter der Bedingung zugesagt, dass ein Museum der Moderne dafür gebaut wird.

Die Baukosten für das „Museum des 20. Jahrhunderts“, deren ursprüngliche Eröffnung einmal für das Jahr 2021 im Gespräch gewesen war, liegen bei zugesagten rund 450 Millionen Euro. Zunächst war mit 200 Millionen kalkuliert worden. Da ist es verständlich, dass die Kritik an den Baukosten deutlich zugenommen hat, auch wenn alle sechs Monate ein Bericht des Bauherrn über die weitere Kostenentwicklung dem Bundestag vorgelegt werden wird.

 

Weitere Infos unter:

https://www.preussischer-kulturbesitz.de/standorte/bauvorhaben/nationalgalerie-am-kulturforum/museum-des-20-jahrhunderts/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/kritik-am-museum-der-moderne-verstellter-blick.1013.de.html?dram:article_id=462936

https://www.berlin.de/museum/3878016-2926344-museum-des-20-jahrhunderts.html

https://www.smb.museum/nachrichten/detail/neue-publikation-der-nationalgalerie-berlin-sammlung-marx-40-werke.html

 

 

 

Edith Kitzelmann

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