Enthüllung einer Gedenktafel an der Dennewitzstraße

Die Enthüllung einer Gedenktafel ist immer ein Ereignis, das zum Nachdenken anregt, wenn es Opfern zu gedenken gilt: Wer war das Opfer, wie und warum wurde sie/er zum Opfer, wer oder was hat sie/ihn verletzt, getötet, vernichtet?

Gedenktafeln, die an Täter erinnern sollen, erzwingen dieses Nachdenken: Nicht die Person des Täters sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Umstände, die aus Mitmenschen Täter machen. Es gibt immer viel mehr Täter für jedes einzelne Opfer.

Fast fünfzig Mitmenschen kamen heute an der Dennewitzstraße Ecke Kurfürstenstraße zusammen, um der Enthüllung einer Gedenktafel beizuwohnen, die an die Firma KORI erinnern soll. Die Verbrennungsöfen, die Kori an diesem Ort produzierte, ermöglichten und erleichterten ab 1939 in den Konzentrationslagern die Ermordung von hunderttausenden Menschen. Bei KORI an der Dennewitzstraße 35 arbeiteten mehrere hundert Angestellte, die um die Bedeutung ihrer Arbeit für die Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland wussten.

Es sprach der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, es sprach Norbert Peters, der Historiker des Möckern-Kiezes und des Gleisdreiecks, ein Posaunentrio umrahmte die würdevolle Veranstaltung.

Paul Enck

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