„Stier“ und „Bär“ sind auf den Floraplatz zurückgekehrt

Stier und Bär Foto:eki

Zwei liegende Bisons, zwei liegende Wapiti-Hirsche und zwei liegende Elche gehören mit zum Ensemble aus acht Tierplastiken auf dem Floraplatz im südöstlichen Tiergarten. Sie wurden in den Jahren 2019 und 2020 umfassend restauriert und auf den Floraplatz zurück gebracht.

„Stier“ und „Bär“ galten nach dem Krieg als verschollen.

Die acht lebensgroßen Bronzen schuf der Bildhauer Rudolf Siemering (1835-1905) 1885 für den Washington-Monument-Brunnen in Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania). Auf der untersten Ebene des Denkmals befinden sich u.a. die Tierskulpturen.

Auf Wunsch Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) wurden 1900 Nachgüsse der Tierskulpturen für den Floraplatz angefertigt. Sie hoben die Bedeutung des Tiergartens als ehemaliges kurfürstliches Jagdrevier der Hohenzollern hervor.

Im Krieg wurden die Figuren stark beschädigt, „Stier“ und „Bär“ gingen verloren. Seit 2016 arbeitete die Senatsverwaltung an dem Projekt, die verschollenen Bronzefiguren wieder herzustellen und die Platzanlage in ihrer kaiserzeitlichen Fassung zu rekonstruieren.

Bär Foto:eki

Stier Foto:eki

Da alle Originale des George-Washington-Nationaldenkmals in Philadelphia erhalten sind, konnten „Stier“ und Bär“ mittels hochauflösendem dreidimensionalem Scan-Verfahren als Modelle im Maßstab 1:1 angefertigt werden.

In der Skulpturengießerei Knaak wurden die beiden fehlenden Bronzen nun neu nachgegossen. Mit demselben Scan-Verfahren wurden fehlende Geweihe, Ohren und Hufe angefertigt, nachgegossen und an den sechs vorhandenen Tierplastiken originalgetreu ersetzt.

Naturwissenschaftlich/archäologische Untersuchungen zeigten, dass die meisten Fundamente der Tierplastiken noch vorhanden waren, so dass ihre genaue historische Position dokumentiert werden konnte. Die Opus Denkmalpflege führte die Restaurierung der originalen Granitsockel durch, ein fehlender wurde aus identischem Material fertiggestellt.

Die Sockel sowie alle Tierfiguren konnten an ihren genauen ursprünglichen Positionen wiederaufgebaut werden. Das Ensemble der acht ist nun komplett rekonstruiert und kann auf dem Floraplatz im Tiergarten bewundert werden.

Hirsch Foto:eki

Bison Foto:eki

Elch Foto:eki

 

Der von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) im späten 18. Jahrhundert gestaltete Floraplatz liegt südlich der Straße des 17. Juni im Großen Tiergarten.

 

 

 

Von der barocken Standfigur „Flora“, Namensgeberin des Platzes, stellte man 1977 eine Sandsteinkopie im Rosengarten auf. Anstelle der „Flora“ befindet sich im Mittelpunkt des Floraplatzes eine der drei Version der Bronzeplastik „Amazone zu Pferde“ von Louis Tuaillon (1862-1919), die seit 1906 hier steht.

Amazone zu Pferde Foto:eki

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erfolgten in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, der Unteren Denkmalschutzbehörde Mitte und dem Büro Restaurierung am Oberbaum die Wiederherstellung des plastischen Bildwerks am Floraplatz. Die kunsthistorischen Recherchen erfolgten durch Frau Nicola Vösgen. Die Maßnahme wurde durch die Archäologie-Agentur Dr. Dittrich & Geßner begleitet. Die Kosten für Planung und Ausführung betragen rund 400.000 Euro. Finanziell wurde das Projekt mit einer Zuwendung von 50.000 Euro der Hinckeldey-Stiftung unterstützt.

Karte Floraplatz: https://www.google.de/maps/place/Floraplatz/@52.5146666,13.3669629,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47a851b040194937:0x2c094b68a327ed8a!8m2!3d52.5146666!4d13.3691516

 

Edith Kitzelmann

Ein Kommentar

  1. Sehr interessantEr Artikel- wir haben uns dann Den Floraplatz auch auch life angesehen.
    CB und TW

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