Conrad Veidt spielt den Mann, der sein Spiegelbild, verkauft. Ein Meilenstein des psychologischen Fantasyfilms.
Für die Musik des faustischen Pakts in Der Student von Prag schöpft Stephan v. Bothmer aus den Tiefen der deutschen Romantik und verbindet sie am CineTronium mit modernsten cineastischen Klängen. Er seziert geradezu die zerrissene Persönlichkeit Balduins in seiner Musik; düster, melancholisch und von einer fatalen Schönheit.
„Der Student von Prag“ gilt als einer der ersten Autoren- und Kunstfilme der Filmgeschichte. Ein armer Student verkauft einem unheimlichen Fremden sein Spiegelbild – und verliert damit buchstäblich die Hälfte seiner Seele. Mit raffinierten Doppelbelichtungen macht der Film den inneren Zwiespalt sichtbar: Balduin und sein Spiegel-Ich treten im Duell gegeneinander an. Ein Kunstgriff, der nur im Kino existiert. [Henrik Galeen, D 1926]
Gleichzeitig atmet der Film die Atmosphäre der deutschen Romantik: enge Gassen, Schlösser, Duelle, Schuld und Verhängnis. Liebe, Ehrgeiz und die Verlockung des schnellen Reichtums treiben den Helden in den Abgrund. „Der Student von Prag“ ist damit auch eine frühe Studie über den Preis des Erfolgs – und über das Grauen, das beginnt, wenn man sich selbst aus den Augen verliert. So greift der Autorenfilm die noch junge Psychoanalyse auf: das Spiegelbild als Symbol für das unbewusste Ich.
„Der Student von Prag“ (1926) ist ein Remake des gleichnamigen Films von 1913 und ist noch einmal leidenschaftlicher, dramatischer und die Seele Balduins ist noch zerrissener. Dies ist vor allem auf das Schauspiel der Starbesetzung zurückzuführen. Allen voran der geniale Conrad Veidt in seiner wohl besten Rolle.
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